Bio

LUCIA CADOTSCHEnglish

Sängerin – Zürich/Berlin

„Remember the name Lucia Cadotsch – you’re going to be hearing a lot of it.”  THE GUARDIAN, 5 Sterne, John Fordham
 
Wenn Lucia Cadotsch erzählt, fällt ein Wort besonders häufig: Suchen. Lange Jahre hat sie nach den richtigen Musikern, und noch länger nach dem richtigen Sound gespürt. Was vorhanden war, waren die Songs: Standards von Billie Holiday und Nina Simone. Doch auch hier musste die Sängerin suchen: nach einem Ansatz, sich von diesen übergroßen Vorbildern zu lösen.
Zusammen mit Otis Sandsjö und Petter Eldh hat Lucia Cadotsch diesen Ansatz gefunden. Auf „Speak Low“, ihrem Debütalbum unter eigenem Namen. Die Reaktionen der Presse sind euphorisch: maximale Punktzahl im englischen Guardian, maximale Punktzahl im renommierten Downbeat Magazine (US) und 2017 der ECHO Jazz als Sängerin des Jahres.
 
Begonnen hat der Weg der Lucia Cadotsch 1984 in Zürich. In ein musikalisches Elternhaus hineingeboren, stürzt sie sich auf die Jazz-Sammlung ihres Vaters. Erste musikalische Erinnerung: Miles Davis. Mit gerade einmal 18 Jahren zieht es sie nach Berlin. Für sie ist es „die Stadt der Diversität, Progressivität, Freiheit, Rebellion!“. Sie studiert Jazz an der Universität der Künste, ihr Auslandsjahr verbringt sie in einer anderen progressiven europäischen Hauptstadt: Kopenhagen. Mit Marc Lohr, Johanna Borchert und Petter Eldh gründet die Schweizerin Schneeweiss + Rosenrot. 2012 gewinnen sie den Neuen Deutschen Jazzpreis. Zehn Jahre existiert dieses „Quartett zwischen artifizieller Singer/Songwriter- und moderner Jazz-Ästhetik“ (Journal Frankfurt).
 
Dann ist es Zeit für Neues, ohne mit dem Alten zu brechen: den Kontrabassisten Petter Eldh rekrutiert Cadotsch für ihr lang angedachtes Solo-Debüt. Zusammen mit dessen schwedischem Landsmann Otis Sandsjö am Tenorsax bilden sie ein Trio, das alles andere als klassisch ist. Bass, Saxophon, Stimme. Auf „Speak Low“ ist nichts, was nicht unbedingt notwendig ist. Roher, purer, akustischer Jazz, live in drei Tagen aufgenommen.
 
Das Album bedeutet für Lucia Cadotsch den internationalen Durchbruch im Jahr 2016. Die Kritiken überschlagen sich, die ZEIT attestiert ihr die „Wiederbelebung des Jazz-Gesangs“, der Guardian lobt eine Stimme mit der „Klarheit einer klassischen Sängerin und der Einfachheit einer Folk-Sängerin“. Es folgen Festivalauftritte beim Jazzfest Berlin, Cheltenham Festival, Vortex London, Moods Zürich und vielen anderen. 2018 sind sie zum New Yorker Winterjazz Festival eingeladen.
 
Doch gehört zu den Eigenarten einer Suchenden, Dinge ganz anders als zuvor anzupacken. 2017  veröffentlicht sie „Speak Low Renditions“, ein Album mit elektronischen Remixes des Debütalbums von Künstlern wie Dan Nicholls, Julian Sartorius, Evelinn Trouble oder Don Philippe. Musiker, die Cadotsch über den Schmelztiegel der Berliner Kulturszene trifft. Dort lernt sie auch Hayden Chisholm kennen, mit dem sie Big-Band-Swing alter Prägung ins 21. Jahrhundert holt. 2015 veröffentlicht sie das „Super-Dada Bluegrass-Album“ „Sing“ mit Yellow Bird. Das nächste Werk der Modern-Roots-Band ist schon in Arbeit, ebenso wie eines mit Wanja Slavin: der orchestrale Synthesizer-Pop der LIUN + The Science Fiction Band ist die logische Weiterführung ihrer eklektischen Musikinteressen.

Lucia Cadotsch ahmt niemanden nach. Wer sich ihrem Werk widmet, wird das hören. Sie hat ihre eigene Stimme gefunden, doch Neugier und Kreativität werden ihr keine Ruhe lassen: Lucia wird eine Suchende bleiben.

Text von Jan Paersch

 

„I like what you’re doing. Congratulations!“  T.C. Boyle

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«Hier singen die Liebe und der Schmerz, sie klingen wahr und man glaubt ihnen, dass sie sich behaupten können im Gerumpel unserer Zeit.»
 Francesco Wilking

„So ingenious is the way vocalist Lucia Cadotsch reimagines the canon of standards that the songs feel fully in the here and now. (…) Such is the spell that Cadotsch, Sandsjö and Eldh cast on these albums that it can make one feel that this is the only way age-old standards should be approached: not slavishly but fearlessly, with an unfettered imagination approaching that of the songs’ originators.“
DOWNBEAT (US) –  5 Sterne Bradley Bamberger

„…urban, von analoger Direktheit und geradezu maßlos in seiner Freiheit des Klangs und der Interpretation. Hinter dieser Musik steht nicht nur ein Sound, den man so noch nicht gehört hat, sondern eine musikalische Haltung, vor deren Klarheit und Kompromisslosigkeit man sich spontan verbeugen möchte. Ich habe lange nichts derart Beeindruckendes mehr gehört.“
Volker Doberstein, JAZZPODIUM 03/16

„Cadotsch has a pleasingly spare, sober approach to singing in which the absence of vibrato is matched by a lack of excessive phrasal ornamentation that in no way reduces the emotional charge of her performance. On a repertoire of astutely chosen standards that require strength of character as well as attention to detail she fares very well, above all with the Billie Holiday-owned anthems that are ‚Strange Fruit‘, ‚Don’t Explain‘ and ‚Gloomy Sunday‘.“
Kevin Le Gendre JAZZWISE MAGAZINE (UK)

„Many singers deliver standards songs as they are conventionally sung. A few, such the late Betty Carter take risks and reap a greater reward. Lucia Cadotsch is one of those.“  Richard Williams, Jazzfest Berlin

„Lucia. Her voice is insane.“  COLORIZING

„I wrote the swing program for the Lucerne Jazz Orchestra with the voice of Lucia Cadotsch in mind. Lucia’s voice possesses for me the necessary subtlety and understatement to deliver such traditional jazz songs in our times. It is hard for me to imagine another contemporary vocalist with the ability to sing these tunes with such grace and controlled emotion.“
Hayden Chisholm, Berlin, November 2nd 2015

“In its best and most positive sense, Lucia can sing the shit out of any melody. She can phrase like a Grande Dame and she displays an experience and liberty with Time and the melody line which belie her age. Hearing her sing and playing behind and with her make you catch your breath and re-discover a song which you’ve played so many times before. Sophisticated Lady, indeed.”
Uli Kempendorff, ICE

„Als Erstes denk ich an Lucias schöne warme Stimme und ihre ungewöhnliche supergenaue Phrasierung, die den Klang und die Farbe jedes Vokals perfekt formt. Es scheint nichts dem Zufall überlassen und trotzdem ist es so wunderbar frei. Sie hat diesen beobachtenden und abstrahierenden Blick von außen und gleichzeitig ist immer direkt die Emotion zu spüren, die hinter dem Text steht, wovon auch immer sie erzählt. Als ob sie ihre eigene Geschichte erzählen würde.“
Kathrin Pechlof

„Seit ich Lucia kenne, ist sie stets auf der Suche. So hat sie jetzt (nach Schneeweiss + Rosenrot, Yellow Bird, LIUN + The Sience Fiction Band) mit SPEAK LOW eine weitere musikalische Welt geschaffen, in der sie so befreit, direkt und stolz singt, wie nie zuvor.
SPEAK LOW. Große, alte Songs mit Freude und Ernsthaftigkeit und von abenteuerlichem Sound durchtränkt. Leise und filigran, sophisticated aber voller Energie. So bereichern die 3 die lange und unendlich bunte Jazzgeschichte, indem sie ihre Tradition im eigentlichen und besten Sinne weitertragen. Go, Speak Low!“

Philipp Gropper

„Ihre Auftritte sind beeindruckend. Unspektakulär im gestischen Gebaren steht Lucia Cadotsch in kühler Eleganz auf der Bühne. Doch sobald sie zu singen beginnt, breiten sich Energien aus, die Räume öffnen. Etwas Unfassbares schwingt mit in der warmen Alt-Stimme der 31-jährigen Zürcherin.“
Frank von Niederhäusern, Kulturtipp

„Welch Glück, wenn man wie Lucia Cadotsch bereits zur eigenen musikalischen Sprache gefunden hat, bevor man sich an der Interpretation versucht!“
JAZZTHETIK

„Eine Stimme, die zum intensiven Zuhören zwingt.
 (…) Lucia gelingt auf ihre persönliche Weise „Strange Fruit“ nicht minder anrührend zu singen als Lady Day und braucht sich auch vor keiner der rund hundert anderen „Speak Low“ -Versionen zu verstecken. Sie hat ihren ganz eigenen Stil gefunden.“

Dietrich Schlegel, JAZZPODIUM 3/16

„Ein herausragendes, berührendes Konzert!“  Weser Kurier, 12.11.2016